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ÖGJ

Seit 50 Jahren ein Gewinn

Bruno Kreisky prägte Österreich wie kaum ein anderer Bundeskanzler – was von dieser Ära übrig blieb, sind eine Vielzahl von Reformen, die noch in unsere Gegenwart hineinwirken.

Im März 1970 wurde die SPÖ-Regierung Bruno Kreisky gewählt. Österreich gedieh 25 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges zu einem modernen Industrie- und Sozial­staat – demokratisch, liberal und weltoffen. Dafür waren die wesentlichen Eckpunkte „Modernisierung der Gesellschaft“ und „Humanisierung der Arbeitswelt“ entscheidend.

Mensch geht vor. Mit Erwerbstätigkeit und Vollbeschäftigung – Kreisky schaffte eine Quote von weniger als zwei Prozent Arbeitslose – gelang es, die Lebensumstände zu verbessern und Armut zu bekämpfen. Eine stabile Mittelschicht etablierte sich, in wirtschaftlich schwachen Zeiten wurden staatliche Aufträge erteilt. Eine Reihe von Neuerungen wurde im Bereich Arbeit und Soziales gesetzt: 40-Stunden-Woche, Mindesturlaub und Pensionen erhöht, ausgeweitete Sozialleistungen.

Bruno und Johanna. Folgenreich waren die Kreisky-Jahre für die Frauenpolitik: u. a. sorgte die Fristenlösung für das Recht auf Abtreibung. Reformen im Straf- und Familienrecht veränderten die gesellschaftliche Position der Frauen maßgeblich. Mit der rechtlichen Gleichstellung – heute kaum noch vorstellbar – durften Frauen nun ohne Zustimmung des Mannes arbeiten, über den Wohnsitz mitentscheiden, den Familiennamen wählen. Außerdem fiel die Unterscheidung zwischen Frauen- und Männerlöhnen in den Kollektivverträgen weg. Mit Johanna Dohnal holte Bruno Kreisky 1979 die engagierteste Kämpferin für Gleichberechtigung als Staatssekretärin für allgemeine Frauenfragen in die Regierung; 1990 wurde sie erste Frauenministerin. Ein entscheidendes Zeichen wurde auch für Homosexualität gesetzt – sie wurde entkriminalisiert.

Stark für Jugend und Bildung. Mit der „Aktion M – wie Mitbestimmung“ erkämpfte die Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) ab Anfang 1972 ein Gesetz, das den Jugendlichen Mitbestimmung und soziale Rechte wie Fortbildung und Kündigungsschutz bei ihrer Tätigkeit zusicherte. Bereits im Juli 1972 wurde das Jugendvertrauensräte-Gesetz im Nationalrat beschlossen, es trat mit 1. Jänner 1973 in Kraft. Die Abschaffung der Studiengebühren, Schülerfreifahrt oder Gratis-Schulbücher sind nur einige der Meilensteine in der Bildungspolitik unter Kreisky. Damit wurde ganzen Generationen der Weg zu mehr und besserer Bildung eröffnet – der Weg an die Uni war nun zumindest auch für den Mittelstand gangbar.

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